Der Name Kaszó ist ein Rätsel für sich. Der Name mit dem unerklärlichen Ursprung steht für einen Ort, für eine Jahrhunderte alte, tragische und mystische Geschichte, für einen Wald riesigen Ausmaßes, für einen Lebensraum mit einzigartiger, biologischer Vielfalt, für ein Unternehmen, und nicht zuletzt für zahlreiche Legenden, Hörensagen und Gerüchte.

    Siedlung Kaszó

    Kaszó település „Der Name Kaszó ist ein Rätsel für sich. Der Name mit dem unerklärlichen Ursprung steht für einen Ort, für eine Jahrhunderte alte, tragische und mystische Geschichte, für einen Wald riesigen Ausmaßes, für einen Lebensraum mit einzigartiger, biologischer Vielfalt, für ein Unternehmen, und nicht zuletzt für zahlreiche Legenden, Hörensagen und Gerüchte. Zugleich stand Kaszó für Verschlossenheit – und dies ist trotz allen Veränderungen, Bemühungen und Neuanfänge auch heute noch zutreffend – , nicht nur im geographischen Sinne. Im Volksmunde beschwor Kaszó schon immer Namen von Freiherren, Politikern oder – sagen wir – privilegierten Menschen herauf. Seite an Seite mit ihren vermeintlichen und mutmaßlichen Angelegenheiten. Die vergangenen Vierzig - Fünfzig Jahre, und deren aktuellste, übertriebene und voreingenommene Beurteilung verstärkten das Zwielicht in dem das Örtchen Kaszó steht.”
    Zitat aus dem Buch: 600 Jahre Kaszó

    Lage

    Kaszó település Die kleine Siedlung ist in den südlichen Wäldern des Komitats Somogy verborgen, und ist vor allem durch den Namen Kaszópuszta bekannt. Der Baláta See liegt auf der Westseite der Siedlung. Das Gebiet ist der Lebensraum der seltenen Aldrovanda vesiculosa, einer fleischfressenden Pflanze, gar nicht zu sprechen von den anderen Pflanzen- und Tierarten, die dort leben. Die Siedlung wird Kaszó seit 1994 genannt, nach der Trennung von Somogyszob und der Gründung einer eigenen Kommunalverwaltung. Die Popularität von Kaszó basiert vor allem auf dem reichen Wildbestand der umliegenden Wälder, die auch als eines der besten Jagdgebiete Ungarns gelten.

    Die Geschichte der Siedlung

    Kaszó településFrühe Erinnerungen

    Die erste schriftliche Erwähnung, eine Urkunde auf lateinisch geschrieben, stammt vom 5. Mai 1398 und trägt die Unterschrift des König Sigismund. In diesem Dokument ist die Siedlung noch als “Gut Kazaw” bezeichnet. Laut einer Urkunde vom 25. Mai 1495, dem Feiertag des Papst Urban, wurde unter Anderem Kaszó als ein Geschenk von König Ulászló II an die Familie Báthori übergeben. Zu diesem Zeitpunkt bezog sich das Dokument noch auf die beiden Siedlungen Kiskaszó ("Kleinkaszó") und Nagykaszó ("Großkaszó").

    Im Jahre 1715 war die Region in Besitz des Grafen Tamás Nádasdy. Die größte Siedlung zu dieser Zeit war Somogyszob mit insgesamt 8 Haushalten. 1764 wandte sich der Kriegsrat mit folgender Bitte an Maria Theresia: Landkarten, die der Kriegsführung dienten, und deren Anforderungen entsprachen, waren notwendig. Somogy wurde erst 1783 und 1784 vermessen. Auf dieser Karte findet man Kaszó wieder. In der Nähe des Baláta See, dort als Palata geschrieben. Aus späteren Karten kann man schlussfolgern, dass auf der Seite zum See hin die Baláta-Wirtschaft stand, irgendwo dort, wo heutzutage die Grenzen Szentas liegen. Dieses Gasthaus war Anfang des XIX. Jahrhunderts im Besitz des György Festetics und Teil des Szentaer Guts. Eine weitere Wirtschaft, die Kaszóer Csárda, dessen Besitzer der Dompropst von Esztergom war, ist ebenfalls auf den Karten zu finden.

    Von Hohenlohe bis zur Gegenwart

    Hohenlohe hercegSo kam es zustande, dass der jagdbegeisterte Herzog zu Hohenlohe vom Dompropst 1909 zunächst das Jagdrecht erwarb und das Land dann im Jahre 1911 für sieben Millionen Goldkronen kaufte – das knapp 6000 Hektar große Grundstück war zu einem Drittel von Wald bedeckt, der Rest Wiese, Acker-, und Weideland. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Anwesen auf 10.000 Hektar vergrößert, welches in diesem Zeitraum richtig aufblühen konnte. Auf einer kleinen Lichtung in den Tiefen des Waldes versteckt sich Kaszó, das Zentrum des Anwesens, wo der Herzog regelmäßig selbst jagte und eine Reihe von hochkarätigen Gästen empfing. Hier ließ er das Lärchenholzhaus erbauen, welches er es bei der österreichischen Weltausstellung 1910 erblickte. Es wurde durch Anbauten von mehreren Räumen vergrößert und zu einem Holzjagdschloss erweitert, dessen Innenwände von den Trophäen des Herzogs geschmückt waren. Der bis heute noch stehende Wasserturm wurde 1913 erbaut.

    Ein neues Kapitel in der Geschichte Kaszós begann nach dem Tod des Herzogs. Das erste unglückliche Ereignis war, dass das Jagdschloss am 15. Februar 1927 Feuer fing und niederbrannte. An der selben Stelle wurde ein neues Schloss (das heutige Jagdhaus) aus Ziegelstein errichtet.

    Kaszó und sein Wald hatten von Februar 1945 keinen offiziellen Besitzer. Aufgrund des Mangels an Nahrung zu dieser Zeit jagten fast alle wild und unkontrolliert in den Wäldern um die Siedlungen. Das Gut wurde am 14. November 1946 von der Sowjetunion annektiert, weshalb der Forst in den darauffolgenden vier Jahren von der sowjetischen Direktion geleitet wurde. Nach einigen Drehungen und Wendungen und der Unterstützung von Lajos Czinege, kam die Kaszóer Forstwirtschaft am 1. Juli 1967. unter die Obhut des Verteidigungsministeriums. Das war die Zeit, als die Kaszóer Straßen, das Bürogebäude sowie das Ressort gebaut und die Jagdhütten renoviert wurden.

    Kaszó településDie Gegenwart

    Da Kaszó keine unabhängige Forstwirtschaft bleiben durfte, wurde sie im Jahre 1989 in die Veszprémer Direktion eingegliedert. Seit 1994 ist Kaszó eine unabhängige Gemeinde. Die Kaszó Erdőgazdaság Zrt. kann 15,000 Hektar Wald ihr Eigen nennen und sie hat ein eigenes Sägewerks in Szenta. Ungefähr 80-90% des hier gefertigten Parkettfriesen werden exportiert. Die Jagdwirtschaft ist immer noch aktiv in den Wäldern um Kaszó; die Qualität des Wildbestand hat noch immer einen sehr hohen Rang in Ungarn.

    Mehrere "Puszta" gehören zu der Gemeinde Kaszó: Bördec, Bükk, Darvas und Kanizsaberek sind heute noch bewohnt. Die Bevölkerung der fünf "Puszta" beträgt 148 Menschen. Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel zwischen diesen Siedlungen gibt, betreibt die Gemeinde einen Bus-Service in Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft, um Schulen und Kindergärten, Arbeitsplätze in den nahegelegenen Städten leichter zu erreichen. Die Entwicklung des Dorfes ist noch lange nicht abgeschlossen. Es wurden 19 neue Grundstücke (zwischen 947-1,234 m2) in Kaszó geschaffen. Dank der ausgewiesenen Flächen ist die Infrastruktur weiter entwickelt worden und wir erwarten ebenfalls einen Anstieg im Bereich Tourismus.